Auslegung vom Propheten Jesaja

Text von Gerhard Weber

Die in dieser Sammlung vorliegenden Kurzauslegungen der Jesaja-Worte aus den Kapiteln 1-11 hat Gerhard Weber (1937-1994), im Jahre 1983 verfasst. Sie sind für die Kurzandachten der sogenannten Telebibel der Kieler Stadtmission konzipiert worden. Geleitwort zu den Kurzauslegungen der Jesajaworte Kap. 1 – 11 Pastor Dr. Wolfgang Kubik, Geistlicher Leiter der Ev. Communität Koinonia. Ich habe Gerhard Weber nicht mehr kennen gelernt. Ich lernte ihn durch seine Auslegung von Jesajaworten kennen. „Beim Propheten Jesaja lesen wir“, so beginnen die Kurzauslegungen. Zweierlei wurde mir beim Lesen lebendig: Einmal leuchtete durch viele Kurzauslegungen hindurch: Hier liest jemand im Prophetenbuch, der selber von Gemeinschaft umgeben ist. Jede Auslegung ist in der Gemeinschaft erwachsen und wohl auch hier und da durchlitten. Das bringt die Auslegungen der Situation des Propheten so nahe. Wir lernten ja, der „Sitz im Leben“ der Prophetenbotschaft war nicht der Schreibtisch, sondern die Gemeinde Gottes. „Es gab eine Zeit, in der man die Christen an ihrem Zusammenleben erkannte, an Liebe und Gerechtigkeit.“ Gerhard Webers ganze Sorge um die massenhaft Getauften ist, sie könnten „umsonst den Namen Jesu tragen“, wenn sie „nicht mehr als Christen erkennbar“ sind, wenn das Zusammenleben immer mehr auseinanderfällt in lauter Einzelne. Zum anderen hat Gerhard Weber die große Welt mit ihren Mächtigen, den Raketen (es ist die Zeit der SS20 und des Nato-Doppelbeschlusses), mit den Banken und Konzernen im Blick. Und er hat vor Augen: aller maßloser Reichtum auf Erden ist erst den Armen geraubt. Die Früchte des Zorns Gottes hat unser Volk bereits einmal geerntet. „Wir müssten es eigentlich wissen.“ Das ist klare „Gesetzespredigt“. Sie macht den Weg frei zur „Umkehr“. Die Kurzauslegungen kommen bis zu Jesajas Verheißung der Geburt eines geheimnisvollen Kindes (Kapitel 9). Gerhard Weber ist bewegt davon, dass der Prophet immer, wenn er auf die Hilfe zu sprechen kommt, die es dennoch gibt, „von etwas Zartem und Zerbrechlichem“ redet. Wer hat den Glaubensmut, sich für dieses Kind zu entscheiden? Denn bei diesem Heft geht es nicht um noch mehr Informationen, sondern um Entscheidungen. „Gott sucht Testpersonen dafür“, und „Gott braucht uns als Zeichen, dringend.“ Da ist nichts an Gerhard Webers Warnungen, das man mit verständnisvollem Lächeln überholt nennen dürfte. Im Gegenteil. Heute, nach dem Sieg des schrankenlosen Welthandels und der wachsenden Kluft zwischen Reichtum und Verelendung, ist alles sogar näher gerückt. Hoffentlich nicht zu spät. Aber dazu gibt es dieses Heft! Göttingen im Herbst 2006

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