Unveiling Empire: Reading Revelation Now and Then

Ein Buch über die Offenbarung Johannes von Wes Howard-Brook und Anthony Gwyther

“Revelation is a call to have faith in God rather than empire. This call takes place in a narrative through which John tells of his visionary experiences… This plot is the story of YHWH’s plan for the people who live in a world dominated by concentrations of human power. The Biblical Story of a people called to be ‘set apart’ from power arrangements that characterized Egypt, Canaan, Assyria, Babylon, Persia, Greece, and Rome.” (Unveiling Empire, S. 23.)

Diese Rezension von Ulrich Duchrow erschien in Junge Kirche Januar 2000 (1/00):

"Wes Howard–Brook und Anthony Gwyther lesen die Offenbarung Johannes konsequent aus der Perspektive derer, die nicht an der Peripherie, sondern im Zentrum des Imperiums dem Imperium widerstehen wollen. Sie knüpfen dabei an William Stringfellow und Daniel Berrigan an.

Sie beginnen mit einer Übersicht der missbräuchlichen Auslegungen des Buches in den USA und der bisher entwickelten alternativen Auslegungen (Kap. 1). Dann geben sie eine ausführliche Zusammenfassung der jüdischen apokalyptischen Literatur seit der Makkabäerzeit und der apokalyptischen Texte des Zweiten Testamentes bis hin zu dem wegen seines Zeugnisses für den Messias Jesus auf die Insel Patmos verbannten Seher (Kap. 2).

Es folgt eine informative sozialgeschichtliche Kontextanalyse des ersten Jahrhunderts in Politik, Ökonomie, Kultur und Religion des Imperiums (Kap. 3) sowie eine Erklärung der Metaphern „Himmel“ (zukunftsantizipierende Tiefendimension der Geschichte) und „Erde“ (empirisch vordergründige Geschichte; Kap. 4).

Sodann werden die Texte der Offenbarung thematisch zusammengefasst. Die Spannung zwischen der Sprache der Gewalt und der gewaltfreien Nachfolge des Lammes wird erläutet (Kap. 5). Die verschiedenen Aspekte Babylons/Roms werden dargestellt (Stadt, Zauberei, Mord, wirtschaftliche Ausbeutung, imperiale Arroganz, Sünden – alles unter dem Aspekt: „schon gefallen“). Hier kann es nur den Ruf an das Gottesvolk geben: „Verlass diese Stadt!“ (18,4).

Das Gegenbild ist das neue Jerusalem (der Ort, wo Gott und Menschen zusammen wohnen, im Maß einer schönen Architektur, im Umfeld einer Gartenlandschaft, in großer Freude und alternativer Praxis; Kap. 6). Dann werden die sieben Liturgien und die Bedeutung des Gottesdienstes vorgestellt (Kap. 7), schließlich der „Krieg der Mythen“ zwischen der Offenbarung und Rom (Kap. 8): Reich Gottes gegen das imperiale Weltreich, die Entlarvung des mörderischen Charakters der Pax Romana, der Sieg des Lammes und seiner (Blut)Zeuginnen und –zeugen über die triumphierende Siegesgöttin, durchhaltender Widerstand durch Treue zu Gottes Geboten im Glauben an Christus statt Loyalität gegenüber Rom (fides), die ewige Herrschaft Gottes und sein Volkes, die das „ewige Rom“ in sich zusammenstürzen lässt.

Der Höhepunkt des Buches sind die Entschleierung des gegenwärtigen Imperiums und die Vision alternativer Praxis der Christus Nachfolgenden heute im Licht der Offenbarung (Coming out of Empire Today; Kap. 9)."

Im Verlag Orbis Books erschienen 1999.

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